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Tipps für Angehörige

Eine Lungenkrebserkrankung hat erhebliche Auswirkungen auf das bisherige Leben. Nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen, den Partner und die Kinder. Verunsicherung und Angst, Wut und Verzweiflung dringen in das bisherige Leben. Jetzt kommt es darauf an, zusammen zu halten und die Herausforderung gemeinsam anzunehmen und zu meistern. Nicht selten kommen Erkrankte leichter mit den Krankheitsfolgen zurecht, als etwa der Partner oder die noch kleinen Kinder, die plötzlich spüren, dass mit der Mama oder dem Papa etwas nicht stimmt. Auf dieser Seite finden Angehörige von Lungenkrebspatienten nützliche Informationen und Tipps. Unterstützung finden Sie auch bei Patientenorganisationen, der Deutschen Krebshilfe und anderen Einrichtungen. 

Was ändert sich jetzt?

Da sich eine Lungenkrebserkrankung und deren Behandlung über einen langen Zeitraum erstreckt und sie nicht selten mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden ist, leiden die Patienten gewissermaßen unter Dauerstress. Die Psyche ist stark belastet, oft zeigen sich eine Verminderung des Selbstwertgefühls, Unruhe, Hoffnungslosigkeit, aber auch Wut und Aggression. Der Betroffene hat mit einem Mal eine ungewollte Sonderstellung. Es gibt Dinge zu tun, die es früher nicht gab: Untersuchungen, Therapiesitzungen, Nebenwirkungen, Atemübungen und vieles mehr. Der Betroffene ist in Beruf und Alltag weit weniger belastbar und stressanfälliger.

DIE WELT DES BETROFFENEN IST HÄUFIG GEKENNZEICHNET DURCH:

  • Erhöhte Verletzbarkeit, Reizbarkeit, Sensibilität
  • Vermindertes Selbstbewusstsein
  • Aggressionen 
  • Schamgefühle 
  • Veränderung der Sexualität 
  • Schuldgefühle 
  • Verleugnung 
  • Rückzug nach innen

WAS KÖNNEN ANGEHÖRIGE FÜR DEN BETROFFENEN TUN?

Angehörige von Lungenkrebskranken leiden häufig ebenso sehr wie der Kranke selbst. Die psychische Belastung ist für den Partner, die Kinder, für nahe Verwandte und gute Freunde sehr groß.

Angst macht sich breit, und auch der Wunsch und das dringende Bedürfnis, dem Kranken zu helfen und ihn zu unterstützen. Das Wichtigste ist, miteinander zu sprechen. Auch über die unangenehmen Dinge. Ein offener Austausch über persönliche Gedanken und Ängste hilft bei der Bewältigung. Das Thema Tod und Sterben sollte man nicht ausklammern, sondern, vielleicht unterstützt durch eine entsprechende Beratung, in Ruhe besprechen. Gemeinsam lassen sich hier viele Dinge planen, regeln und in Ordnung bringen. 

Versuchen Sie als Partner oder enger Verwandter der Erkrankung nur so viel Raum zu geben wie nötig. Nicht immer muss sich alles nur und ausschließlich um die Krebserkrankung drehen.

Auch körperliche Nähe und Sexualität funktionieren nicht mehr so wie vor der Diagnose und Therapie. Häufig wird eine Beziehung durch das gemeinsame Erleben der Krebserkrankung und das Bewältigen der Herausforderung in Leben und Alltag jedoch noch stärker.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man nun ein anderes Leben hat als vor der Erkrankung. Das ist eine Chance, die viele Möglichkeiten bieten kann. Unterstützen Sie den Betroffenen. Bieten Sie ihm Gespräche an. Fragen Sie nach Wünschen, beleben Sie soziale Kontakte. Dabei muss man nicht alles verändern. Die Rollenverteilung in der Familie zum Beispiel, die Beziehungen zu Freunden, der Umgang mit Kollegen, all dies kann und sollte erhalten bleiben, behutsam angepasst an die neue Situation. Setzen Sie sich gemeinsam Ziele, die sich erreichen lassen. 

WAS KÖNNEN ANGEHÖRIGE FÜR SICH SELBST TUN?

Angehörige eines Lungenkrebspatienten, vor allem der Partner, stehen unter einem enormen Druck. Da ist die Angst vor dem Verlust des Partners, da ist das belastende Mit-Leiden mit seinen Schmerzen, da sind Wut und Verzweiflung über die plötzliche Veränderung der Lebensgestaltung. Angehörige sollten deshalb auch ganz bewusst an sich selbst denken. Lassen Sie sich beraten. Suchen Sie das Gespräch mit Ärzten oder Psychotherapeuten. Gehen Sie zu einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe. Gönnen Sie sich Auszeiten und Entspannung. Suchen Sie sich Unterstützung bei Freunden und in der Familie.

KINDER UND JUGENDLICHE

Kinder spüren sofort, wenn etwas Ungewöhnliches in der Familie geschieht. Kinder wollen ihren Eltern oft helfen, aber fühlen sich hilflos und schwach. Die Frage ist: Wie geht man damit um? Was und wie viel erzählt man den Kleinen? Was verstehen die Kinder schon, wenn sie noch klein sind? Was nicht? Lösen wir zusätzliche Ängste aus? Wie verkraften die Kinder den drohenden Verlust? 

Suchen Sie sich Hilfe und Unterstützung von Verwandten, Freunden, Ärzten, Psychologen, Seelsorgern, Lehrern, denen Ihr Vertrauen gehört und die Ihnen im Lebensalltag mit den Kindern eine echte Hilfe sein können. 

  • Bedenken Sie: Auch in dieser neuen Lebenssituation sind für die Kinder, vor allem wenn sie noch klein sind, Nähe, Geborgenheit und Sicherheit immer am wichtigsten. 
  • Laden Sie Ihre Kinder dazu ein, Fragen zu stellen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die Krankheit.
  • Sagen Sie Ihren Kindern die Wahrheit und machen Sie Ihnen keine falschen Hoffnungen. 
  • Überfordern Sie Ihre Kinder nicht mit zu viel belastender Information auf einmal. Kinder benötigen mehr Zeit für die Verarbeitung als Erwachsene. 
  • Für Kinder ist das Wichtigste, dass sie Vertrauen haben können zu den Erwachsenen, seien es Vater, Mutter, ältere Geschwister oder eine betreuende Person. 

Weitere Informationen für Angehörige erhalten Sie zum Beispiel bei der Deutschen Krebshilfe und Patienten- und Selbsthilfeorganisationen.

Quellen:

  1. Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst www.krebsinformationsdienst.de (zuletzt besucht am 26.10.2018)
  2. Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Stand 3/2018
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