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Krankheitsbewältigung

Mit langandauerndem Husten hat es angefangen, mit Schmerzen in der Brust, mit blutigem Husten. Dann die Angst, und endlich der Weg zum Arzt. Schließlich die Diagnose: Ich habe Lungenkrebs. Was man bisher vielleicht nur von anderen gehört hat, gilt mit einem Mal für einen selbst. Man hat eine Krankheit – und muss damit leben. Ein Lungentumor ist eine schwere Erkrankung, eine große Herausforderung für Betroffene und Angehörige. Aber man kann mit der Krankheit umgehen und sie individuell bewältigen – wenn man bereit ist, mit der Herausforderung „Lungenkrebs“ aktiv umzugehen. Geben Sie nicht auf.

Lungenkrebs: Jeder geht anders damit um

Die Zeiten, in denen eine Krebserkrankung ein Tabuthema war, sind glücklicherweise vorbei. Krebs, Lungenkrebs, wird in unserer Gesellschaft viel diskutiert. Betroffene und Angehörige kommen in den Medien zu Wort. Kranke Menschen emanzipieren sich und gehen selbstbestimmt mit der Erkrankung um. Auch wenn man geraucht hat: Für eine Lungenkrebserkrankung kann niemand etwas. Eine Krebserkrankung ist nun einmal ein menschliches Schicksal, das uns alle treffen kann. Jeder Betroffene verarbeitet seine Lungenkrebserkrankung auf andere Weise. Wie geht man mit Schmerzen um? Wie bewältigt man Ängste? Wie stellt man sich Depressionen? Wie verarbeitet man Gedanken an Sterben und Tod? Es gibt viele Wege, sich mit diesen schwierigen Themen auseinanderzusetzen und sie zu verkraften. Welcher Weg der richtige ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Wichtig ist nur, den Weg der Krankheitsverarbeitung auch wirklich zu gehen. Versuchen Sie, einer ständigen Selbst-Beschäftigung mit der Erkrankung einen Riegel vorzuschieben und Ihren Angehörigen ihr Mit-Betroffen-Sein zu erleichtern. Konzentrieren Sie sich auf andere Dinge. Entscheiden Sie sich für Aktivität. Entdecken Sie Neues, und begeistern Sie sich für Ihre Interessen.

Bewältigen? Oder abwehren und verdrängen?

Leben und weiterleben: Bei einer schweren Erkrankung wie dem Lungenkrebs kommt es vor allem darauf an, die persönliche Lebensqualität zu „schützen“, sie zu erhalten und zu bewahren. Aber wie macht man das? Für den Umgang mit einer so belastenden Lebenssituation und die Verarbeitung der Erkrankung gibt es kein Patentrezept. Wie wird man damit fertig? Wie meistert man die vielen neuen Dinge, mit denen man nun konfrontiert ist? Die Psychoonkologie kennt zwei grundsätzliche Strategien der Krankheitsbewältigung: das bewusste „Coping“ und die unbewussten Abwehrmechanismen. Beim sogenannten Coping (englisch „to cope“: „mit etwas fertig werden“) geht der Betroffene entweder aktiv oder aber passiv mit seiner Situation um, bei beiden Strategien „tut“ der Betroffene etwas bewusst. Zu einem aktiven Umgang mit der Erkrankung gehören, individuell von Mensch zu Mensch verschieden, etwa eine kämpferische Grundhaltung („Ich packe das!“), aktives Sich-Informieren und soziale Kontakte. Aktives Coping hat meist eine nachhaltig positive Wirkung auf die Lebensqualität. Bei einem passiven Coping zieht sich der Betroffene – bewusst – in seine eigene Welt zurück. Eine fatalistische Grundhaltung dominiert, soziale Kontakte werden aufgegeben. Auf die Lebensqualität wirkt sich dies meist ungünstig aus.

Im Unterschied zum Coping reagieren viele Betroffene mit unbewusster Abwehr. Auch diese Strategie der Krankheitsbewältigung ist zutiefst menschlich und verständlich. „Abwehr“ kann entlasten, und kann, wenn Ängste und psychische Belastungen nicht anders zu ertragen sind, auch sinnvoll sein.

Unsere unbewussten Abwehrmechanismen haben viele Gesichter:

  • Die Verleugnung. Der Betroffene will die Tatsache der Erkrankung nicht wahrhaben: „Ich bin nicht krank, mir geht es gut, ich habe keine Angst.“
  • Die Vermeidung. Alles vermeiden, was Angst machen könnte. Man vermeidet an die Krankheit zu denken. Man vermeidet über die Krankheit zu sprechen. Und manche Patienten vermeiden sogar den Besuch bei ihrem Arzt.
  • Die Verdrängung. Hier streicht der Patient unangenehme oder Angst machende Ereignisse oder Gefühle völlig aus dem Gedächtnis. Es gibt Fälle, in denen ein Patient „vergessen“ hat, dass er von seinem Arzt über seine Erkrankung aufgeklärt wurde.
  • Die sogenannte Regression. Der Rückzug auf frühkindliche Erlebens-, Verhaltens- und Wunschebenen. Die Verantwortung wird übertragen: an den Arzt oder den Lebenspartner oder die Angehörigen. Man selbst „hat damit nichts zu tun“.
  • Die Rationalisierung. „Rationalisierende“ Patienten verschleiern ihre Angst vor der Krankheit und ihren Folgen, indem sie vermeintlich „vernünftige“ und „sachliche“ Argumente vorschieben („Der Lungenkrebs macht mir keine Angst, aber die Therapie“).

Darüber sprechen tut gut

Ein offener Umgang mit einer Lungenkrebserkrankung ist in jedem Fall eine der besten Strategien für eine individuelle Krankheitsbewältigung. Sprechen Sie darüber mit Menschen, denen Sie vertrauen. Sprechen Sie Ihre Ängste an, vor allem auch eventuelle Schuldgefühle. Gespräche tun gut. Sie geben Selbstbestätigung und Selbstvertrauen. Auch wenn Sie krank sind: Ihr Leben haben Sie in der Hand. Gestalten Sie es mit Optimismus, Aktivität und Zuversicht! Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus. Zum Beispiel im Rahmen einer Selbsthilfegruppe oder Patientenorganisation. Gewinnen Sie neue Freunde und Vertraute.

Das Wichtigste immer zuerst

Gehen Sie die Dinge am besten Schritt für Schritt an. Diagnose, Therapie, Angst: Es ist nur allzu verständlich, wenn Sie sich manchmal hilflos und überfordert fühlen. Alles auf einmal geht einfach nicht. Konzentrieren Sie sich auf das, was im Augenblick das Wichtigste ist, alles andere hat Zeit. Ein Plan hilft Ihnen dabei, bei Therapie-, Kontroll- und Reha-Terminen den Überblick zu haben. Gehen Sie Themen, die mit dem Arbeitgeber, mit Versicherungen und ähnlichem zu tun haben, aktiv an und klären Sie diese Dinge rasch und gezielt ab.

Wissen hilft

Informieren Sie sich umfassend über Ihre Lungenkrebserkrankung. Je mehr Sie wissen, umso leichter fällt Ihnen der Umgang mit Therapien und Nebenwirkungen. Informieren Sie sich auch ganz bewusst über Schmerztherapien und die Möglichkeiten, die die moderne Palliativmedizin schwerkranken Patienten bietet. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Stellen Sie Fragen. Holen Sie sich Informationen aus dem Internet, über Bücher und Info-Broschüren, bei Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen, bei Krebsinformationsdiensten und anderen Einrichtungen.

Die vier Phasen der Krankheitsverarbeitung:

  • Die Schockphase: Unmittelbar nach der Diagnose – „Ich will es nicht wahrhaben“.
  • Die Reaktionsphase ist gekennzeichnet von einer starken psychischen Belastung – „Ich bin depressiv und habe Ängste“.
  • Die Reparationsphase: Hier passt sich der Betroffene allmählich an seine aktuelle Situation an – „Ich muss damit leben“.
  • Die Neuorientierungsphase: Neues Selbstverständnis dank einer erfolgreichen Krankheitsverarbeitung – „Ich kann und werde damit leben“.
  • Die vier Phasen der Krankheitsverarbeitung können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und lassen sich nicht immer klar voneinander abgrenzen.

Quellen:

[1] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 10, 2016
[2] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 42, 2017
[3] Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/krankheitsverarbeitung/bewaeltigung.php (zuletzt besucht am 26.02.2018)
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