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Beruf und Kollegen

Eine schwere Erkrankung ist im höchsten Maße „Privatsache“: Hier geht es um den Betroffenen als individuelle Persönlichkeit. Nichts ist so sehr „eigen“ wie eine schwere Krankheit, die im Grunde nur einen selbst wirklich etwas angeht. Aber was ist mit dem Job? Mit den Kollegen? Mit den Vorgesetzten? Mit der Arbeit überhaupt? Muss ich darüber sprechen? Will ich darüber sprechen? Und wenn ja: mit wem?

Die lieben Kollegen

Den meisten Berufstätigen gelingt das Auseinanderhalten von Privat- und Berufsleben gut. Viele gehen natürlich in der Welt der Kollegen auf und pflegen auch privat Kontakt zu ihnen. Aber: Kollegen sind eben nur Kollegen, und (meist) keine guten Freunde. Deshalb sollte man sich immer reiflich überlegen, mit wem man über so schwierige Dinge wie eine Lungenkrebserkrankung sprechen soll.

Grundsätzlich muss das natürlich jeder für sich entscheiden. Fest steht: Wer seine Lungenkrebserkrankung im beruflichen Umfeld öffentlich macht, hat mit einem Mal eine „Sonderstellung“. Der Umgang miteinander ändert sich. Der Betroffene muss mit einer Vielzahl von Reaktionen rechnen. Dazu gehört auch, dass Kollegen, mit denen man „immer gut konnte“, plötzlich auf Distanz gehen. Anderen ist die ganze Sache gleichgültig, sie wollen davon nichts wissen, oft aus eigener Angst. Als Betroffener rechnet und erwartet man nicht selten besondere Aufmerksamkeit und gewachsene Zuneigung. Aber gerade im Berufsleben kann und sollte man damit niemals rechnen. Die engsten Kollegen, die Partner in einem Team zum Beispiel sollte man informieren. Schließlich fällt es auf, wenn man aufgrund der Behandlungen immer wieder nicht zur Arbeit erscheinen kann. Und von vielen Kollegen erfährt man auch positive Unterstützung, Hilfe und Rückhalt. Es hängt eben alles vom konkreten Umfeld und der individuellen Arbeitssituation ab, als Betroffener sollte man so selbstbewusst und aktiv damit umgehen wie es möglich ist.

Kann man überhaupt weiterarbeiten?

Früher oder später ist eine Lungenkrebserkrankung mit körperlichen und psychischen Einschränkungen verbunden. Das hat Auswirkungen auf die persönliche Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfähigkeit. Nach einer Lungenkrebsoperation leiden die Betroffenen oft unter einer eingeschränkten Lungenfunktion, was gerade bei körperlicher Arbeit zu spüren ist. In diesen Fällen stellt sich die Frage, ob innerhalb des Arbeitsumfelds nicht eine anders gelagerte Position besser wäre, ein Thema, das mit dem Vorgesetzten abgesprochen werden muss. Auch die Nebenwirkungen anderer Therapien haben Folgen auf die individuelle Kraft, mit der man das Arbeitspensum bewältigen kann. Hinzu kommt, dass durch häufige Fehlzeiten aufgrund von Therapie- oder Reha-Maßnahmen Arbeitsprozesse unterbrochen werden, oder Teams unter Berücksichtigung des Erkrankten anders aufgestellt werden müssen. Patienten, deren Tumor zum Beispiel operativ vollständig entfernt werden konnte, haben eine gute Chance, wieder voll in das Berufs- und Arbeitsleben integriert zu werden. Bei einem fortgeschrittenen Verlauf einer Lungenkrebserkrankung ist die Bewältigung der mit einer Arbeitsstelle verbundenen Anforderungen aus physischen und psychischen Gründen oft nicht mehr möglich.

Was muss der Vorgesetzte wissen?

Eine schwere Erkrankung ist bei all dem doch nicht ausschließlich „Privatsache“. Denn der Gesetzgeber schreibt vor, wie man seinen Arbeitgeber im Falle einer Erkrankung informieren muss. Jeder Erkrankte muss bei einem Fernbleiben vom Arbeitsplatz aufgrund einer Erkrankung ein ärztliches Attest vorweisen. Diese „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ informiert den Vorgesetzten oder die Personalabteilung aber nicht über die Diagnose, diese erfährt ausschließlich die Krankenkasse.

Ob man seinen direkten Vorgesetzten oder zum Beispiel den Geschäftsführer des Unternehmens über die Diagnose informieren will, hängt davon ab, ob man dies selbst möchte oder nicht, und auch die Größe und Art des Unternehmens spielt eine Rolle. Ein kleiner Betrieb mit familiärer Atmosphäre ist etwas anderes als ein Großkonzern mit vielen anonymen Abteilungen.

Oft macht es aber Sinn, den Vorgesetzen „einzuweihen“. Eine gute Führungspersönlichkeit geht verantwortungsvoll mit diesem sensiblen Thema um und gibt die vertrauliche Information nicht ohne Einwilligung des Betroffenen weiter. Zudem kann man als Vorgesetzter den Betroffenen unterstützen: Das Arbeitstiming und das Arbeitspensum können angepasst werden, oft findet sich eine andere Einsatzmöglichkeit, und wenn es um die Abstimmung von Arzt- oder Reha-Terminen geht, kann die Führungskraft hier viele Dinge in positiver Weise abstimmen und organisieren.

Quellen:

[1] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 10, 2016
[2] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 42, 2017

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