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Operation

Wenn geklärt ist, dass sich der Tumor noch in einem frühen Stadium befindet, entscheiden die Ärzte in der Regel für eine Operation. Allerdings nur bei guter Herz- und Lungenfunktion des Patienten und wenn sein Gesamtzustand den Eingriff erlaubt. Operiert wird unter Vollnarkose, wie lang die Operation im Einzelfall dauert, hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Oft stellt sich erst während der Operation heraus, ob eine Entfernung des Tumors für den Patienten von Nutzen ist oder ihm eher schadet. Das Ärzteteam entscheidet dann entsprechend der gegebenen Situation.

Wie läuft die Operation eines Lungentumors ab?

Das Ärzteteam kann bei einer Lungenkrebs-Operation je nach Größe und Sitz des Tumors unterschiedlich vorgehen. Ziel des Eingriffs: die komplette Entfernung des Tumors aus dem Lungengewebe. Dabei wird ein Teil des gesunden Lungengewebes mit herausoperiert, denn es soll ja kein bösartiges Gewebe im Körper zurückbleiben. Die Ärzte untersuchen während des Eingriffs vor allem auch die Lymphknoten. Die Lymphknoten, die am sogenannten Lungenhilus sitzen, also dort, wo die beiden Hauptbronchien in das Lungengewebe hineinführen („Lungenpforte“), werden häufig mit entfernt.

Während operiert wird, lagert der Patient halb auf der Seite, die Chirurgen führen den Einschnitt am Rand des Schulterblattes entlang. Die Rippen werden in den meisten Fällen auseinandergespreizt, der bei der Operation durchtrennte Rückenmuskel wächst danach wieder zusammen und heilt. Per Augenschein und über hochauflösende Monitore können die Ärzte das Tumorbild genau betrachten und analysieren. In einigen Fällen entscheidet sich jetzt, ob eine Entfernung des Tumors wirklich etwas bringt. Nützt eine operative Entfernung dem Patienten? Oder schadet sie mehr? Entscheiden sich die Ärzte für eine Fortsetzung der Operation, gibt es prinzipiell folgende Optionen:

Wenn der Tumor noch lokal auf einen Lungenlappen begrenzt ist, wird nur dieser eine Lungenlappen – zusammen mit den daran angeschlossenen Lymphknoten – entfernt. Das ist die an sich optimale Situation im Falle eines frühen Tumorstadiums.

Wenn der Tumor sich bereits ausgebreitet hat und über zwei Lungenlappen geht, werden beide Lungenlappen entfernt.

Wenn der Tumor groß ist und er ungünstig liegt, etwa in der Nähe der Lungenpforte, wo der Hauptbronchus in das Lungengewebe eintritt, ist unter Umständen die Entfernung des kompletten Lungenflügels unvermeidbar. Das Risiko bei einem solchen Eingriff ist höher, außerdem ist die Leistungsfähigkeit des Patienten nach einer solchen Operation für längere Zeit stark eingeschränkt. Der Patient muss ja ab dann mit nur einem Lungenflügel leben, der nun die Arbeit für zwei verrichtet.

Wenn der Tumor nicht im Randbereich, sondern mitten in der Lunge angesiedelt ist, wird das krankhafte Gewebe operativ entfernt. Dabei „kappt“ das Ärzteteam gesundes Gewebe zunächst von seinen „Versorgungsleitungen“, also den Bronchien, Adern und Nerven. Anschließend wird versucht, die Versorgung des gesunden Lungengewebes wieder herzustellen.

Vor der Operation beachten:

Nicht rauchen! Blutverdünnende und gerinnungshemmende Medikamente werden in Absprache mit dem Arzt abgesetzt oder durch andere ersetzt.

Leben mit weniger Atemfläche

Wie gut es nach der Entfernung eines oder zweier Lungenlappen mit der Atmung steht, hängt davon ab, ob das verbleibende Lungengewebe gesund oder nur wenig vorgeschädigt ist oder ob es zum Beispiel durch Rauchen stärker beeinträchtigt ist. Denn mit der Entfernung von Lungengewebe wird die „respiratorische Oberfläche“, also die Fläche, die wir zum Atmen zur Verfügung haben, natürlich kleiner. Das kann man mit einer ansonsten gesunden Lunge – ein echtes Arbeitstier mit hohen Leistungsreserven – innerhalb einiger Wochen ausgleichen. Deshalb müssen gesunde Patienten nicht mit schwerwiegenderen Folgen für die Atmung rechnen. Raucher oder Patienten mit chronischen Lungen- und Atemwegerkrankungen sind dagegen anfälliger gegen Infektionen. Blutungen sind häufiger, und natürlich ist das verbleibende Leistungspotenzial der Lunge eingeschränkt.

Schon gewusst?

Lungenlappen sind die wichtigen Gewebesegmente der Lunge. Der linke Lungenflügel gliedert sich in zwei, der rechte in drei aneinander liegende Lungenlappen.

Was passiert nach der Operation?

Arzt und Patient vor der Operation Nach der Operation kommen die Patienten auf die Intensivstation und werden dort – für Stunden, in schwereren Fällen auch für Tage – intensivmedizinisch überwacht und betreut. Anschließend folgt ein meist mehrwöchiger stationärer Aufenthalt im Krankenhaus und eventuell eine Reha-Phase.

 

Operation ist möglich bei:

  • Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom im Frühstadium
  • Klein-zelliges Lungenkarzinom ausschließlich bei sehr kleinen Tumoren in Kombination mit Chemotherapie

Quellen:

[1] Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/behandlung-uebersicht.php (zuletzt besucht am 26.02.2018)
[2] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 10, 2016

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