Ein Service der Novartis Pharma GmbH und Hexal AG.
Login für Fachkreise

Chemotherapie

Allein das Wort Chemotherapie löst bei vielen Menschen Ängste aus. Sicher: Eine „Chemo“ ist mit Nebenwirkungen verbunden. Wie ausgeprägt diese Nebenwirkungen aber sind, hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt vom Gesamtzustand des Patienten. Außerdem gibt es heute bereits viele verschiedene Möglichkeiten, Nebenwirkungen gut abzumildern, ganz im Sinne der Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität des Patienten. Eine Chemotherapie ist bei der Therapie eines Lungenkarzinoms eine sehr wichtige Form der Behandlung. Vor allem auch beim kleinzelligen Lungenkrebs, bei dem eine Operation in den meisten Fällen nicht durchgeführt wird.

Was ist eine „Chemo“ überhaupt?

Wie alle anderen Zellen, teilen sich auch Tumorzellen. Bei bösartigen Krebsarten verläuft die Zellteilung – und damit das Tumorwachstum und in der Folge die Tumorausbreitung – meist sehr viel schneller und häufiger als bei „normalen“ Zellen. Ziel einer Chemotherapie ist es, dieses ungehemmte und schnelle Wachstum „einzubremsen“, weitgehend zu hemmen oder sogar ganz zu stoppen. Um dies zu erreichen, greift man die Krebszellen mit Zellgiften an. Dieser „Angriff“ erfolgt in der Regel „systemisch“. Das heißt: Die zur Zerstörung der feindlichen Zellen eingesetzten Medikamente, die sogenannten Zytostatika, verteilen sich über die Blutbahn im ganzen Körper und richten sich dort gegen das Tumorgeschehen. Für die chemotherapeutische Behandlung des kleinzelligen und des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms steht eine Vielzahl bewährter Zytostatika zur Verfügung. Die Patienten werden entweder mit einer Monotherapie behandelt – also mit lediglich einer bestimmten Substanz – oder mit einer definierten Kombination verschiedener Zytostatika.

Schon gewusst?

Raucher vertragen eine chemotherapeutische Behandlung weniger gut, auch die Gefahr von Komplikationen ist größer!

In welchen Fällen werden Lungenkrebspatienten mit einer Chemotherapie behandelt?

Die Entscheidung, ob bei Lungenkrebs eine Chemotherapie zum Einsatz kommt, hängt vom Typ des Lungenkarzinoms und vom jeweiligen Krankheitsstadium ab.

Kleinzelliger Lungenkrebs, frühes Stadium

Ein kleinzelliges Lungenkarzinom kann oft nicht mehr operativ behandelt werden. Man behandelt deshalb mit Zytostatika. Ist die Erkrankung noch in einem frühen Stadium, kann die Chemotherapie zur Heilung führen, zumindest aber die Erkrankung aufhalten.

Kleinzelliger Lungenkrebs, fortgeschrittenes Stadium

Eine Zytostatika-Behandlung hilft dabei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Auch tumorbedingte Beschwerden können mit einer Chemotherapie gemildert werden. Häufig wird bei kleinzelligem Lungenkrebs die Chemotherapie mit einer Bestrahlungsbehandlung kombiniert, in der Fachsprache: Radiochemotherapie.

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, operabel

Wenn operiert werden kann, was bei einer frühen Erkrankung in der Regel möglich ist, wird eine Chemotherapie begleitend eingesetzt. Das Ziel: Eventuell im Körper verstreute Tumorzellen sollen zerstört werden.

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, nicht-operabel

Bei einem noch lokal begrenzten, aber nicht mehr operierbarem Krankheitsbild werden Zytostatika eingesetzt. Wenn es der Gesundheitszustand des Patienten erlaubt in Kombination mit einer Bestrahlungstherapie.

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, fortgeschrittenes Stadium

Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten und haben sich Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet, müssen sich die Ärzte ein klares Bild über den Nutzen einer chemotherapeutischen Behandlung machen. Sind die Vorteile einer Behandlung größer als die eventuell damit verbundenen Belastungen für den Patienten? Grundsätzlich gilt: Auch bei einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium kann eine Chemotherapie vorbeugend und lindernd bei krankheitsbedingten Beschwerden und Komplikationen eingesetzt werden.

Wo und wie wird eine Lungenkrebs-Chemotherapie durchgeführt?

Gut für den Patienten ist, dass eine „Chemo“ des Lungenkrebses in vielen Fällen ambulant durchgeführt werden kann, nicht selten auch zuhause in der vertrauten Umgebung. Das hängt vor allem vom Gesundheitszustand des Patienten ab. Ansonsten findet die chemotherapeutische Behandlung bei Fachärzten, in Ambulanzen von Fachkliniken, in Tageskliniken oder bei auf Onkologie spezialisierten Internisten statt. Wie die Medikamente verabreicht werden, ist unterschiedlich, meist über eine Infusion in die Vene. Viele Patienten erhalten zu diesem Zweck einen sogenannten Port. Dieser „Zugang“ wird einmal in einem kleinen Eingriff gelegt (unter die Haut) und kann dann, komfortabel für den Patienten, immer wieder für die intravenöse Behandlung verwendet werden. Eine einzelne Infusion kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Welche Zytostatika bekommt ein Patient?

Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Die Medikamente und das sogenannte Behandlungsschema werden individuell abgestimmt und eingestellt. Die entscheidenden Faktoren sind:

  • Kleinzelliger Lungenkrebs?
  • Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs?
  • Welches Stadium des nicht-kleinzelligen Lungentumors?
  • In welchem Gesamtgesundheitszustand befindet sich der Patient?
  • Wie gut kann der Patient eventuelle Nebenwirkungen der Medikamente vertragen?

Schon gewusst?

Zytostatika sind Medikamente, die die Zellteilung hemmen.Das Wachstum von Tumoren wird dadurch gebremst.

Die Patienten werden entweder mit einer Monotherapie behandelt, sie erhalten also nur ein bestimmtes Medikament, oder man verfolgt eine Kombinationstherapie mit mehreren aufeinander abgestimmten Zytostatika. In jedem Fall wird für jeden Patienten ein individuelles Behandlungsschema erstellt. Die Medikamentengabe erfolgt in einer bestimmten Abfolge, in festgelegten Phasen und Zyklen, zwischen denen Pausen von Tagen oder auch Wochen liegen. Auch persönliche Behandlungsprotokolle werden geführt. In einigen Fällen wird eine Chemotherapie auch zusammen mit einer Bestrahlungsbehandlung durchgeführt. In jedem Fall erhalten die Patienten auch Medikamente zur Vorbeugung und zur Linderung von eventuellen Nebenwirkungen.

Quellen:

[1] Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/behandlung-uebersicht.php (zuletzt besucht am 26.02.2018)
[2] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 10, 2016
Diese Seite teilen:

Novartis Pharma Medizinischer Infoservice
Telefon: 0911 – 273 12100 (Mo-Fr 08.00 bis 18.00 Uhr)
Fax: 0911 – 273 12160

E-Mail:  infoservice.novartis@novartis.com
Internet:  www.infoservice.novartis.de