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Molekulargenetische Verfahren

Weltweit wird an der Erforschung und Entwicklung von Diagnose- und Therapieverfahren auf Basis der sogenannten Molekulargenetik gearbeitet. Die Molekulargenetik spielt in der Lungenkrebsforschung und in der „zielgerichteten Therapie“ des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms eine große Rolle und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. In jedem Fall gilt: Molekulargenetische Testverfahren sind wichtig und sollten weiter optimiert werden.

Was ist molekulargenetische Diagnostik?

Jede Zelle trägt Erbinformation in sich, die DNA. Auch Krebszellen haben ihren eigenen genetischen Bauplan, und in manchen Fällen „stimmt etwas nicht“ in der DNA der Tumorzellen. Dieser Unterschied zwischen Krebszellen und gesunden Zellen macht sie angreifbar und ist die Chance, hier diagnostisch und schließlich therapeutisch anzusetzen. Tumorzellen werden genomisch klassifiziert und eventuelle Gendefekte identifiziert. Unter bestimmten Umständen können die „fehlerhaften“ Zellen dann gezielt angegriffen werden. Auch wenn die Forschung hier vielfach noch am Beginn steht: Molekulargenetische Methoden zur Krebsbekämpfung entwickeln sich ständig weiter. Mit immer besseren und effizienteren Testverfahren - Tests auf sogenannte Krebsmarker – kommt man Schritt für Schritt weiter. Zurzeit sind Diagnose- und Therapieverfahren auf Basis der Molekulargenetik nur für einen bestimmten Teil von Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom geeignet, bei denen der Tumor ein spezifisches Krankheitsbild zeigt.

Um welche Genveränderungen handelt es sich? Bei welchen Betroffenen sind Tests sinnvoll und erfolgversprechend?

Molekulargenetisch basierte Tumortests zielen auf bestimmte Veränderungen im Tumor-Gen. Beim Lungenkrebs gibt eine ganze Reihe dieser sogenannten Mutationen, allerdings sind nach derzeitigem Stand der Forschung bisher vor allem zwei Gen-Mutationen für Tumortests geeignet: eine genetische Veränderung im sogenannten EGF-Rezeptor und die ALK-Mutation. Werden bei einem Tumortest diese Gen-Mutationen identifiziert, kann im Rahmen einer „personifizierten Therapie“ gezielt behandelt werden. Mehr verstehen

Die wichtigsten Verfahren im Rahmen der molekularen Diagnostik:

  • Sanger-Sequenzierung

    Bereits 1975 vom englischen Biochemiker Frederick Sanger entwickelte Methode, die DNA zu „sequenzieren“. Das Verfahren wurde im Rahmen des internationalen „Human Genom Project“ eingesetzt.

  • Polymerase-Kettenreaktion PCR („polymerasechainreaction”)

    Mit dieser Methode kann eine große Anzahl von DNA und RNA-Kopien produziert werden.

  • FISH – Fluoreszenz In Situ Hybridisierung

    Molekularbiologische Methode zum Nachweis von DNA und RNA einzelner Zellen: Dabei werden künstlich aus DNA hergestellte „Sonden“ direkt in der Zellstruktur - in der Fachsprache „in situ“ – zur Analyse eingesetzt.

  • ImmunhistochemieIHC

    Mit der IHC werden z.B. Proteine mit Hilfe von markierten Antikörpern sichtbar gemacht.

  • NGS – Next Generation Sequencing

    Sequenzierung der nächsten Generation Schnellere und effizientere Alternative zur Sanger-Sequenzierung.

Quellen:

[1] Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/behandlung-uebersicht.php (zuletzt besucht am 26.02.2018)
[2] Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/moderne-krebstherapien.php (zuletzt besucht am 26.02.2018)
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