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Zusammenarbeit mit dem Arzt

Wer an Lungenkrebs erkrankt ist, hat meist mit mehreren verschiedenen Ärzten und Spezialisten zu tun. Doch immer gibt es den einen Arzt des Vertrauens, der im Mittelpunkt aller diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen steht. Alles beginnt zunächst mit dem Hausarzt, den man mit ersten Symptomen aufsucht. Er kennt die nächsten Schritte und überweist Sie an einen Facharzt oder eine Fachklinik. Der neue, Ihr behandelnder Arzt – ein Lungenfacharzt oder ein Onkologe – wird nun zum Vertrauenspartner für den Patienten. Jetzt geht es darum, aktiv und offen zusammen zu arbeiten. Die „Chemie“ muss stimmen. Vertrauen und eine offene Kommunikationskultur sind das A und O für nachhaltige Behandlungserfolge.

Ihr behandelnder Facharzt: Fachmann, Partner, Mensch

Zusammen arbeiten und offen miteinander umgehen: Das Vertrauen zwischen Patient und Arzt spielt bei jeder schweren Erkrankung eine wesentliche Rolle. Wenn es hier „nicht stimmt“, kann sich das ungünstig auf den Behandlungserfolg auswirken. Überprüfen Sie deshalb für sich genau, ob das Vertrauensverhältnis zu Ihrem behandelnden Facharzt in Ordnung ist und ob Sie langfristig darauf bauen können und wollen. Bedenken Sie, dass „aller Anfang schwierig“ sein kann und sich die Arzt-Patient-Beziehung im Verlauf der Behandlung immer weiter vertieft und verbessert und das Vertrauen wächst. Gehen Sie von Beginn an offen miteinander um. Stellen Sie Fragen. Werden Sie aktiv. Sprechen Sie Ängste an, zum Beispiel im Zusammenhang mit eventuellen Nebenwirkungen und teilen Sie Ihrem Arzt Ihre Bedenken mit. Je besser Sie die Erkrankung und ihre individuellen Folgen für Sie als Patient verstehen, desto mehr lernt auch Ihr Arzt von Ihnen und desto mehr profitieren Sie von der Erfahrung und dem Wissen Ihres Arztes. Ihr Arzt weiß um Ihre persönliche Situation. Er handelt als Arzt - und als verständnisvoller Mensch und Begleiter.

Bitte beachten:

Sollten Sie zusätzlich zu Ihrer ärztlichen Behandlung weitere Maßnahmen ergreifen, stimmen Sie dies bitte unbedingt mit Ihrem Arzt ab! Hausmittel oder alternative Therapien können Wechselwirkungen mit der aktuellen Therapie haben.

Der „falsche“ Arzt für mich?

Es kommt immer wieder vor, dass sich ein Patient mit seinem behandelnden Arzt nicht wohl fühlt, man findet keine gemeinsame Basis, hat das Gefühl, aneinander vorbei zu reden, ein Vertrauensverhältnis will sich nicht einstellen. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, kommunizieren Sie Ihrem Arzt, was Ihnen nicht gefällt und was Ihnen wichtig ist. Sollte die Situation langfristig unbefriedigend bleiben, vielleicht aufgrund einer persönlichen Abneigung, dann entscheiden Sie, ob Sie bei einem anderen Facharzt nicht besser aufgehoben sind. Immerhin geht es um eine lange Zeit der Zusammenarbeit. Auch Ihren Hausarzt können Sie immer wieder vertrauensvoll einbinden und um Rat fragen.

Teamarbeit für den Erfolg

Im Verlauf einer Lungenkrebstherapie müssen sich Patient und Arzt langfristig aufeinander einstimmen, sie werden zu einem Team im Kampf gegen die Erkrankung und ihrer Folgen. Teamarbeit erfordert wechselseitige Abstimmung und Aktivität beider Seiten. Eine aktive Zusammenarbeit beginnt bereits mit der Aufklärung über Ihre individuelle Lungenkrebserkrankung. Eine Frage, die Sie sich dabei selbst stellen sollten, lautet: Wie umfassend und wissenschaftlich detailliert will ich überhaupt informiert werden? Jeder Betroffene ist hier anders: Während die einen dem Arzt Behandlungsentscheidungen allein überlassen, wollen andere Patienten bis zu einem gewissen Grad mitbestimmen und mitentscheiden. Kommunikation ist hier das Wichtigste, so können sich Arzt und Patient optimal aufeinander einstimmen und zu einem starken Team werden.

Was trifft auf Sie zu? Welche Fragen haben Sie? Welche Wünsche und Bedürfnisse?

Stellen Sie Fragen, an sich und an Ihren Arzt. Tauschen Sie sich gegenseitig aus und profitieren Sie von dem guten und wichtigen Gefühl, aktiv mit Ihrer individuellen Lungenkrebserkrankung umzugehen. Wollen Sie umfassend informiert werden? Möchten Sie wissenschaftlich ins Detail gehen? Oder bevorzugen Sie allgemein verständliche Informationen? Soll Ihnen Ihr Arzt medizinische Zusammenhänge zum Beispiel anhand von Computergrafiken und Animationen erklären? In welchem Umfang möchten Sie selbst bei Therapieentscheidungen mitreden und beteiligt sein? Haben Sie Angst vor bestimmten Dingen, wie zum Beispiel vor Spritzen? Haben Sie eine Scheu davor, über bestimmte Beschwerden zu sprechen? Haben Sie Befürchtungen hinsichtlich eventueller Therapienebenwirkungen? Gibt es Dinge, die Sie nicht vertragen? Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Gehen Sie selbstbewusst mit Ihrer Erkrankung um und trauen Sie sich, Fragen zu stellen. Ihr Arzt weiß um Ihre Situation und ist Ihr Partner. Nehmen Sie diese Partnerschaft an und gestalten Sie sie selbst aktiv mit.

Konflikte meistern, hilft

Auch wenn das persönliche und fachliche Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Arzt sehr gut und von gegenseitigem Vertrauen gekennzeichnet ist: Zu Konflikten kann es immer kommen. Zum Beispiel weil der Arzt manche Dinge anders sieht als der Patient, oder weil sich bestimmte Erwartungen nicht erfüllt haben. Enttäuschungen und vielleicht sogar einen Streit kann es geben, das ist auch ganz normal und verständlich. Häufig ist es so, dass sich der Patient über einen bestimmten Sachverhalt informiert hat, zum Beispiel im Internet (siehe auch unter Richtig informieren). Dagegen spricht grundsätzlich nichts. Aber aufgrund seines Wissens und seiner Erfahrung als Lungenfacharzt oder Onkologe hat der Arzt hier tiefere Einblicke und sieht manche Dinge eben anders und kritischer. Mit solchen Situationen kann ein gutes Patient-Arzt-Team offen und vertrauensvoll umgehen. Ein guter Arzt wird immer auf seinen Patienten und dessen Ansichten Rücksicht nehmen und darauf eingehen.

Partner über das rein Medizinische hinaus

Ihr behandelnder Arzt, der Arzt Ihres Vertrauens, ist Ihr zentraler Ansprechpartner. Er klärt Sie über Ihre individuelle Lungenkrebserkrankung auf, erarbeitet mit Ihnen Therapieoptionen und informiert Sie über eventuelle Nebenwirkungen der Behandlung. Aber auch wenn es um Dinge geht, die über rein medizinische Fragen hinausgehen, steht Ihnen der Arzt mit Rat und Tat zur Seite und betreut Sie. Zum Beispiel, wenn Sie die Unterstützung durch einen Psychotherapeuten wünschen oder sich für eine Patientenorganisation oder Lungenkrebs-Selbsthilfegruppe interessieren.

Auf das Gespräch mit dem Arzt vorbereiten

Die Termine bei Ihrem Arzt, ob in der Facharztpraxis oder in der Klinik, sind wertvoll. Doch häufig ist die Zeit für das Gespräch mit dem Arzt nicht so lang wie man sich das wünscht. Deshalb sollte jeder Termin optimal genutzt werden. Ein wenig Vorbereitung hilft Ihnen dabei:

  • Prioritätenliste machen: Was ist wichtig, was weniger?
  • Fragen aufschreiben.
  • Unterlagen nicht vergessen: Bisherige Befunde, Untersuchungsergebnisse, Informationen über frühere Erkrankungen.

Besuchen Sie auch unsere Checkliste für den Arztbesuch. Dort können Sie sich Ihre Checkliste ausdrucken und zu Ihren Arztterminen mitnehmen.

Quellen:

[1] Deutsche Krebshilfe e.V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 43, 2017
[2] Ärzteblatt. Teamarbeit zwischen Arzt und Patient erhöht Behandlungserfolg https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/23671/Teamarbeit-zwischen-Arzt-und-Patient-erhoeht-Behandlungserfolg (zuletzt besucht am 26.02.2018)
[3] Wiesemann, C. et al.: Medizinethik. Thieme Verlag. 1. Auflage 2005
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