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Angst und Depression

Ängste und Depressionen sind bei einer Erkrankung wie dem Lungenkrebs ganz normal und verständlich. Man muss allerdings aufpassen, dass diese natürlichen Reaktionen nicht zum „Dauerzustand“ werden und sich negativ auf die Lebensqualität auswirken. Denn um Lebensqualität geht es, sie zu erhalten und zu verbessern, ist eines der zentralen Dinge, die ein Lungenkrebspatient aktiv angehen sollte. Dabei ist es auch wichtig, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, mit denen es uns allen schwerfällt umzugehen: Schmerzen, Sterben und Tod. Im Mittelpunkt steht aber der positive Umgang mit der Erkrankung – und seinen Begleitern Unsicherheit und Angst, Hoffnungslosigkeit und Depression.

Die Angst ist kein Feind

Ohne Angst könnten wir Menschen nicht existieren. Angst ist eine natürliche Warn- und Schutzreaktion, und auch wenn man mit der Diagnose einer schweren Erkrankung konfrontiert wird, bekommen die meisten Menschen Angst. Denn eine Erkrankung wie der Lungenkrebs ist ein massiver Einschnitt in das bisherige Leben. Viele Dinge verändern sich, und der Betroffene fragt sich, wie es nun weitergeht. Wie sieht die Zukunft aus? Gibt es überhaupt eine Zukunft? Was wird mit meinem Lebenspartner und den Angehörigen? Während bei vielen Menschen eher „diffuse“ Angstgedanken und Angstgefühle dominieren, reagieren andere eher physisch, zum Beispiel mit Herzrasen, Atemnot oder Magen-Darm-Problemen. Jetzt ist es wichtig, die Angst nicht zum ständigen Begleiter werden zu lassen. Auch wenn die Angst kein „Feind“ ist: Zum „Freund“ wird sie nur, wenn wir aktiv mit ihr umgehen und unsere Ängste bewältigen.

Strategien zur aktiven Angstbewältigung

Wer weniger Angst hat, gewinnt an Lebensqualität! Das ist schon fast das ganze Geheimnis. Die Frage ist: Wie kann ich so mit meinen Ängsten umgehen, dass sie keinen negativen Einfluss auf mein Leben und meine Lebensqualität haben? Jetzt braucht man die richtigen Strategien, und es gibt sie.

Akzeptieren Sie die Angst!

Die beste Strategie, mit Angst umzugehen, ist genau dies: mit ihr umgehen. Setzen Sie sich mit Ihren Ängsten aktiv auseinander, verdrängen Sie sie nicht, sondern lassen Sie sie zu und geben Sie ihnen Raum. Dann lernen Sie schnell mit Ihren Ängsten zu leben, und Ihre Lebensqualität hat wieder ein gutes Stück dazu gewonnen. Sollten Sie gleich zu Beginn Ihrer Erkrankung das Gefühl haben, eine psychotherapeutische Behandlung wäre das richtige für Sie, dann entscheiden Sie sich aktiv dafür. Warten Sie nicht damit, tun Sie es!

Sprechen Sie über Ihre Ängste!

Haben Sie keine Scheu davor, über Ihre Ängste zu sprechen. Jeder wird das verstehen, weil jeder von uns von einer schweren Erkrankung betroffen sein kann. Reden Sie sich Ihre Angst von der Seele. Tauschen Sie sich mit Menschen Ihres Vertrauens aus. Oft entdeckt man bei solchen Gesprächen ganz neue Aspekte und geht die Dinge danach mit neuer „Power“ an.

Lassen Sie Ihre Ängste heraus!

Suchen Sie sich Ventile, um ihre Angst „raus zu lassen“. Ein Fehler ist es, Ängste zu unterdrücken und immer weiter anwachsen zu lassen. Es kommt zu einem emotionalen Stau, der sich zum Beispiel in Aggressionen äußern kann. Steuern Sie aktiv dagegen. Kanalisieren Sie Ihre Gefühle durch gezielte Aktionen und neue Verhaltensweisen. Bewegen Sie sich. Reagieren Sie sich körperlich ab. Sie werden sehen: Es tut Ihnen gut.

Drücken Sie Ihre Gefühle aus!

Lassen Sie Gefühle zu. Wenn Ihnen nach Weinen ist, dann weinen Sie. Suchen Sie nach neuen Ausdrucksformen. Vielleicht entdecken Sie Musik für sich neu? Oder Sie tanzen? Oder Sie malen? Was immer Sie wollen: Wichtig ist, dass Sie es tun.

Suchen Sie Ablenkung!

Häufig wird der Lungenkrebs zu dem einen alles bestimmenden Thema. Alles dreht sich mit einem Mal um diese Erkrankung, ihre Folgen und Auswirkungen auf Leben und Lebensalltag. Das ist ganz normal und verständlich. Aber wenn Sie darüber nachdenken, werden Sie feststellen, dass dieses dauernde „Um-ein-Thema-Kreisen“ gar nicht sein muss und Ihre Lebensqualität einschränkt. Steuern Sie dagegen. Gewinnen Sie Abstand. Entdecken Sie die schönen Dinge des Lebens ganz bewusst wieder neu für sich. Familie, Freunde, Spaziergänge, Hobbys, Engagement in einem Verein oder einer Patientenorganisation. Es gibt mehr Möglichkeiten als Sie vielleicht denken.

Sorgen Sie für Bewegung und Entspannung!

Sie kennen das: Man bewegt sich, man joggt – und plötzlich hat man Glücksgefühle. Verursacht wird dieses gute Gefühl von unseren Freunden, den Endorphinen, Stimmungshormonen, die bei körperlicher Aktivität ihre „Power“ entfalten. Bei Ängsten hilft Bewegung ungemein: Der gesamte Körper entspannt und reagiert sich ab. Auch gezielte Entspannungstechniken helfen, mit unseren Ängsten umzugehen. Ob autogenes Training oder Yoga oder etwas anderes: Probieren Sie aus, was zu Ihnen passt und was Ihnen nützt und hilft. Aber Achtung: Sollten Sie irgendwo etwas von einem „Krebs-Yoga“ lesen – so etwas gibt es nicht, solche unseriösen Angebote sollten Sie unbedingt meiden.

Informieren Sie sich!

Lungenkrebs verstehen: Wissen und Information über die Erkrankung und ihre Mechanismen hilft Ihnen, besser mit ihren Ängsten umzugehen.

Suchen Sie sich Unterstützung!

Gute Sozialkontakte sind gut gegen die Angst. Familie, Freunde, der Hausarzt, der Seelsorger, Mitarbeiter von Beratungsstellen: Viele Menschen können Sie dabei unterstützen, Ihre Ängste aktiv anzugehen und mit ihnen zu leben. Eine mögliche Anlaufstelle für Sie könnte der Bundesverband-Selbsthilfe-Lungenkrebs sein. Probieren Sie es gleich aus.

Depressionen bei Lungenkrebs

Dass man angesichts einer Lungenkrebserkrankung in gedrückter Stimmung ist, wem sollte man es verdenken? Aber nicht wenige Betroffene geraten in depressive Verstimmungen, erleben längere depressive Phasen oder leiden unter mehr oder weniger schweren Depressionen. Gelegentliche Trauergefühle oder Niedergeschlagenheit sind normal und verständlich. Bedenklich wird es, wenn diese Gefühle zu „Zuständen“ werden, die länger andauern, sich schleichend weiter entwickeln und schließlich das ganze Leben negativ beeinflussen. Dagegen muss man etwas tun!

Warnzeichen!

Sollten mehrere dieser Anzeichen länger als zwei Wochen anhalten, könnte es sich um eine Depression oder zumindest um eine depressive Episode handeln. Eine psychotherapeutische Beratung ist jetzt wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, mit Ihrem Hausarzt oder einer Krebsberatungsstelle.

  • Depressive Verstimmung mit Niedergeschlagenheit, Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit
  • Stark vermindertes Interesse oder fehlende Freude an den üblichen Aktivitäten
  • Deutliche Gewichtsveränderungen infolge eines gesteigerten oder verminderten Appetits
  • Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis sowie anhaltende Schlafstörungen
  • Ruhelosigkeit oder auffallend verlangsamte Reaktionen im Alltag
  • Anhaltende Müdigkeit oder Energieverlust
  • Selbstzweifel, Gefühle von Wertlosigkeit oder Schuldgefühle
  • Verminderte Denk- oder Konzentrationsfähigkeit
  • Verringerte Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen
  • Wiederkehrende Todes- oder Selbstmordgedanken

Angst und Depression: Wann ist eine Psychotherapie unerlässlich?

Angst und Depressionen können zu einem Teufelskreis werden, aus dem man nur schwer wieder herausfindet. Sowohl bei sehr starken Ängsten, anhaltenden Angstzuständen und Panikattacken als auch bei Depressionen sind eine gezielte Psychotherapie und medizinische Behandlung unverzichtbar! Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe und Unterstützung anzunehmen. Starke Ängste und Depressionen sind ernste Erkrankungen, die ohne eine Therapie sehr lange, mitunter Monate und Jahre dauern können und nicht „einfach so“ vorübergehen. Eine fachgerechte Diagnose und das Erkennen der Ursachen sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Wenden Sie sich bitte an Krebsberatungsstellen oder die psychologischen Beratungen Ihrer Fachklinik.

Quellen:

[1] Dkfz - Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/leben.php (zuletzt besucht am 26.02.2018)
[2] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 10, 2016
[3] Deutsche Krebshilfe e. V.: Die blauen Ratgeber – Antworten. Hilfen. Perspektiven. Nr. 42, 2017

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